Wer zum ersten Mal in eine deutsche Sauna geht, wird schnell eines belehrt: Das Handtuch ist hier kein Accessoire, sondern Pflicht. In den meisten Saunen ist es schlicht nicht erlaubt, direkt auf das Holz zu sitzen oder zu liegen – und das aus gutem Grund. Schweiß greift das Holz an, hinterlässt Gerüche und ist unhygienisch für alle, die nach dir kommen. Das Tuch ist also kein Luxus, sondern Grundausstattung.
Aber welches Handtuch für die Sauna? Das ist weniger offensichtlich, als es klingt. Und die häufige Antwort „ein großes Frottee-Tuch" ist zwar nicht falsch – aber auch nicht optimal.
Warum du in der Sauna eigentlich zwei Tücher brauchst
Das ist der Punkt, den viele unterschätzen, bis sie das erste Mal mit einem einzigen klammen Tuch zwischen zwei Gängen dasitzen.
Das erste Tuch ist das Sitztuch. Es muss groß genug sein, um komplett unter dir zu liegen – von der Schulter bis zu den Füßen, mit etwas Reserve an den Seiten. In der Praxis bedeutet das mindestens 80 × 200 cm, besser noch 90 × 200 cm oder mehr. Wer gern auf der oberen Bank liegt und sich ausstreckt, braucht die volle Länge. Das Tuch darf falten, kleiner gefaltet doppelt liegen oder quer verwendet werden – Hauptsache, kein Körperteil berührt das Holz direkt.
Das zweite Tuch ist das Abtrockentuch. Nach dem Abkühlen im Außenbereich oder unter der Dusche zwischen den Gängen willst du dich komplett abtrocknen können – mit dem Sitztuch, das gerade vollgesogen ist, macht das keinen Spaß. Ein kleineres zweites Tuch, das schnell wieder einsatzbereit ist, löst das Problem.
Warum Mikrofaser in der Sauna so gut funktioniert
Die meisten denken bei Sauna automatisch an dickes, flauschiges Frottee. Das ist verständlich – Frottee fühlt sich nach einem heißen Gang nach Komfort an. Aber es bringt zwei konkrete Nachteile mit sich, die sich im Saunaalltag bemerkbar machen.
Erstens: Gewicht und Volumen. Ein großes Frottee-Saunatuch wiegt 800 Gramm bis ein Kilogramm. Zusammen mit dem Abtrockentuch, der Pflegecreme, dem Wechseloutfit und den Flipflops ist die Saunatasche schnell unhandlich schwer. Zwei Mikrofaser-Tücher bringen zusammen vielleicht 400 Gramm auf die Waage und liegen flach zusammengerollt in jede normale Tasche.
Zweitens: Trocknungszeit. Zwischen zwei Saunagängen – typischerweise 8 bis 15 Minuten Pause – hat ein Frottee-Sitztuch kaum Zeit zum Trocknen. Mikrofaser gibt Feuchtigkeit an der Luft deutlich schneller wieder ab. Das Abtrockentuch ist nach einer kurzen Pause oft schon wieder einsatzbereit. Das ist kein Marketingversprechen, sondern ergibt sich direkt aus der Faserstruktur: Das Wasser sitzt in feinen Zwischenräumen und verdunstet schnell, statt tief in der Faser gespeichert zu sein.
Großes Tuch (mind. 80 × 200 cm) zum Sitzen auf der Bank, kleines Tuch (70 × 140 cm) zum Abtrocknen nach dem Abkühlen. Beide aus Mikrofaser, beide leicht. So hast du alles dabei, ohne mit einem schweren Frottee-Stapel anzureisen.
Was beim Kauf wirklich zählt
Größe beim Sitztuch: Geh nicht zu knapp. Ein Tuch das im Laden groß wirkt, fühlt sich auf einer oberen Saunabank, wo die Bänke schmal sind und du dich streckst, schnell klein an. Im Zweifel lieber ein Format größer wählen.
Dichte der Faser: Das Sitztuch muss den Schweiß zuverlässig aufnehmen – nicht nur ein bisschen davon. Billiges, dünn gewebtes Mikrofaser-Material schafft das nicht. Beim Anfassen spürst du den Unterschied: Hochwertiges Mikrofaser fühlt sich fest und gleichmäßig an, nicht dünn oder glatt wie ein Sportshirt.
Aufhängeschlaufe: In der Abkühlphase kann das Tuch so schnell hängen und trocknen, statt feucht zusammengelegt in der Tasche zu liegen. Klein, aber praktisch.
Farbe: Helle Farben zeigen Rückstände schneller. Dunklere Töne sind pflegeleichter im Saunaalltag. Kein Muss, aber es lohnt sich drüber nachzudenken.
Pflege nach dem Saunabesuch
Sauna-Tücher werden intensiv beansprucht und sollten regelmäßig gewaschen werden – nach jedem Besuch ist ideal, spätestens nach dem zweiten. Wichtig dabei: kein Weichspüler. Er legt einen Film über die Fasern und kostet dem Tuch genau die Saugkraft, für die du es gekauft hast. Bei 40 °C waschen reicht für die Alltagspflege, gelegentlich bei 60 °C für einen hygienischen Reset. Warum Weichspüler speziell bei Mikrofaser ein Problem ist, erkläre ich ausführlicher im Artikel Warum du Mikrofaser nicht mit Weichspüler waschen solltest.
Häufige Fragen zum Sauna-Handtuch
Darf ich ein normales Badetuch als Saunatuch verwenden?
Solange es groß genug ist und den Körper komplett vom Holz trennt – ja. In vielen Saunen wird das toleriert. In aufwendigeren Wellnessbereichen gibt es manchmal strengere Regeln. Im Zweifel beim Personal nachfragen.
Was ist, wenn das Tuch während des Gangs feucht wird?
Das ist normal und unvermeidlich. Das Tuch ist zum Aufsaugen da. Wichtig ist nur, dass es zwischen den Gängen hängt und Luft bekommt – und nicht feucht auf dem Boden liegt.
Können Mikrofaser-Tücher durch die Hitze in der Sauna beschädigt werden?
Im normalen Saunabetrieb (70–100 °C Lufttemperatur) nicht. Die Faser ist robust genug für diese Temperaturen. Direkter Kontakt mit sehr heißen Oberflächen sollte vermieden werden – aber das gilt für jedes Textil.
Fazit
Fürs Saunieren brauchst du zwei Tücher: ein großes zum Sitzen und ein kleineres zum Abtrocknen. Mikrofaser ist dabei die praktischere Wahl – leichter, schneller trocknend und genauso wirksam wie Frottee. Wer den Komfort von Frottee vermisst, kann das Sitztuch bei Frottee belassen und nur das Abtrockentuch durch Mikrofaser ersetzen – eine gute Überganglösung.
Passende große Tücher für die Sauna findest du bei den Mikrofaser-Saunatüchern von Funny Tree. Für zuhause im Bad lohnt sich auch der Artikel zum Duschtuch aus Mikrofaser.